CAR-T-Zelltherapie (Immunonkologie)

Neuer Ansatz in der Krebsforschung

Was für eine tückische Erkrankung Krebs ist, zeigt sich daran, dass es, trotz jahrzehntelanger Forschung, bis heute für sehr viele Krebsarten noch keine Heilung gibt.

Nachdem der Fokus bei der Krebstherapie lange Zeit auf der Zerstörung von Krebszellen durch Chemotherapie lag, geht man in der Krebsforschung seit einiger Zeit neue Wege.

Mit der CAR-T-Zelltherapie Krebszellen enttarnen

Bei fast allen neuen Behandlungsansätzen spielt das Immunsystem eine zentrale Rolle. Denn Krebs hat im Vergleich zu vielen anderen Erkrankungen, die durch körperfremde Erreger wie Viren oder Bakterien ausgelöst werden, eine Besonderheit:

Der menschliche Körper „erkennt“ Krebs nicht als Krankheit. Da es sich bei Krebszellen zwar um entartete aber immerhin körpereigene Zellen handelt, sind sie für das Immunsystem unsichtbar. Mit der sog. CAR-T-Zelltherapie soll diese „Tarnung“ nun aufgehoben werden und möglicherweise schon bald zur Behandlung einer speziellen Form von Blutkrebs (Leukämie) zum Einsatz kommen.

Medikament aus köpereigenen Zellen

Der Clou dabei: eigene Abwehrzellen des Patienten werden mit neuer Information ausgestattet, so dass sie danach in der Lage sind, den Krebs zu erkennen und für das Immunsystem sichtbar zu machen. Dieses kann die Krebszellen dann beseitigen. Jeder Patient erhält dabei eine für ihn individuell hergestellte Therapie auf Basis körpereigener Zellen.

Die CAR-T Zelltherapie befindet sich aktuell in der klinischen Erprobung und wird unter dem Kürzel CTL019 in verschiedenen klinischen Studien von Novartis untersucht. Die Behandlung folgt dabei einem festgelegten Muster:

  • Zunächst werden dem Patienten weiße Blutzellen entnommen (Leukapherese) und aus diesen, die T-Zellen herausgefiltert. T-Zellen sind eine Unterart der weißen Blutzellen, die als Teil des Immunsystemsbei der Abwehr von Krankheiten aktiv sind.
  • Die körpereigenen T-Zellen werden genetisch umprogrammiert, wodurch sie neue Informationen erhalten, die sie befähigen Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen.
  • Wenn sichergestellt ist, dass der Gentransfer erfolgreich verlaufen ist, können die T-Zellen (jetzt CTL019 genannt) an den Patienten per Infusion zurückgegeben werden.

Gelingt diese Prozedur, ist das Immunsystem fortan in der Lage durch CTL019 Krebszellen zu erkennen und zu attackieren.

CTL019-Forschung zu verschiedenen Krebsarten

CTL019 wurde ursprünglich an der Universität von Pennsylvania (UPenn) entwickelt. Seit 2012 kooperieren Novartis und die UPenn bei der Entwicklung von CAR-T Zelltherapien, darunter CTL019 zur Behandlung verschiedener Krebsarten. Im Juli 2017 hatte sich eine von der FDA einberufene Expertengruppe einstimmig für die Therapie mit CTL019 bei Kindern und jungen Erwachsenen die unter akuter lymphatischer Leukämie (ALL) der B-Zellen leiden ausgesprochen. In den USA ist mit CTL019 bereits zugelassen.

In Deutschland wurde CTL019 bereits im Rahmen von Zulassungsstudien auf seine Wirksamkeit und Unbedenklichkeit untersucht und wird vermutlich noch innerhalb diesen Jahres zur Behandlung bestimmter Krebsarten verfügbar sein.

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