CAR-T-Zell-Therapie – was ist das?

Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine moderne Behandlungsform, bei der das eigene Immunsystem gezielt gegen bestimmte Erkrankungen eingesetzt wird. Auf dieser Seite erhalten Sie einen verständlichen Überblick darüber, wie die CAR-T-Zell-Therapie funktioniert, für wen sie infrage kommt und welche Rolle klinische Studien dabei spielen.

Zusätzliche Informationen und den detaillierten Ablauf einer CAR-T-Zell-Therapie können Sie hier in unserem Beitrag nachlesen.

Aktuelle klinische Studien

Hier finden Sie eine Übersicht über die aktuellen Studien. In diese Studien können noch Patient*innen aufgenommen werden. Auf den Studiendetailseiten finden Sie Studieninhalte und -beschreibungen in allgemein verständlicher Sprache verfasst. Sollten Sie weitere Fragen zur Teilnahme an einer klinischen Studie haben, können Sie sich hier informieren.

Zur Übersicht der aktuellen Studien

Mikroskopaufnahme mehrerer runder Zellstrukturen mit dunklem Zellkern.

CAR-T – Bedeutung und Erklärung

CAR-T ist die Bezeichnung für speziell behandelte körpereigene Zellen. Dabei ist CAR die Abkürzung von chimärer Antigenrezeptor. Rezeptoren kommen überall menschlichen Organismus vor. Sobald ein passendes Molekül daran bindet, gibt der Rezeptor ein Signal an eine Zelle weiter. Dadurch wird in dieser Zelle eine gezielte Reaktion ausgelöst. Antigen-Rezeptoren lösen eine Immunantwort aus, sobald sie ein Antigen erkennen.

Der Begriff Chimäre bezeichnet Mischwesen. Ein chimärer Antigenrezeptor ist ein Rezeptor, der aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt ist. Diese Zusammensetzung kommt normalerweise nicht in natürlicher Form vor.

T-Zellen sind Zellen im Blut und gehören zu den weißen Blutkörperchen. Sie erkennen Krankheitserreger. Im Labor können solche T-Zellen und CAR gezielt verbunden werden.

Eine behandschuhte Hand pipettiert Flüssigkeit in ein Laborgefäß.

Funktionsweise von CAR-T-Zellen

Ursache mancher Krankheiten sind schadhafte B-Zellen.

B-Zellen sind weiße Blutkörperchen und Teil des Immunsystems. Sie produzieren Antikörper, die dem Immunsystem signalisieren, welche Strukturen bekämpft werden sollen. Bei bestimmten Krebsarten vermehren sich B-Zellen unkontrolliert, bei einigen Autoimmunerkrankungen bilden sie Antikörper gegen körpereigene Strukturen.

Die CAR-T-Zellen sind durch ihre spezielle Zusammensetzung in der Lage, diese krankhaften Zellen zu erkennen. Binden CAR-T-Zellen an eine krankhafte oder entartete B-Zelle, werden sie aktiviert. In der Folge setzen sie Mechanismen in Gang, die zur Zerstörung der schadhaften Zelle führen.

Gleichzeitig können sie sich im Körper weiter vermehren, wodurch ihre Wirkung verstärkt wird. Auf diese Weise kann die Erkrankung gezielt bekämpft werden, während gesundes Gewebe weitgehend geschont bleibt.

Eine Person in Schutzkleidung und Mundschutz arbeitet an einem Laborgerät.

Ablauf einer CAR-T-Zell-Therapie

Die Behandlung beginnt mit der Entnahme von T-Zellen aus dem Blut der Patientin oder des Patienten. Diese Zellen werden im Labor zu CAR-T-Zellen umprogrammiert und vermehrt, was mehrere Wochen dauern kann.

Vor der Rückgabe der Zellen erfolgt meist eine kurze, milde Chemotherapie zur Vorbereitung des Körpers. Die Chemotherapie dient dazu, den Körper auf die CAR-T-Zellen vorzubereiten. Sie reduziert vorübergehend bestimmte Immunzellen, damit die CAR-T-Zellen besser wirken können.

Anschließend werden die CAR-T-Zellen per Infusion verabreicht und die Patientin oder der Patient engmaschig überwacht.

Zwei Mitarbeitende in Schutzkleidung arbeiten an Laborgeräten in einem Reinraum.

Sicherheit der CAR-T-Zell-Therapie

Die CAR-T-Zell-Therapie wird unter strengen Sicherheitsvorgaben in spezialisierten Kliniken durchgeführt.

Wie bei jeder wirksamen Therapie können Nebenwirkungen auftreten. Darunter Fieber, Entzündungsreaktionen oder vorübergehende neurologische Beschwerden. Diese treten meist kurz nach der Behandlung auf und können medizinisch gut überwacht und behandelt werden.

Bisher wurden bereits über 500 Studien zur CAR-T-Zell-Therapie weltweit durchgeführt. Insgesamt wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei schweren Erkrankungen als positiv eingeschätzt.

CAR-T-Zell-Behandlung

In diesem Video erklären Prof. Dr. Robert Hoepner und Univ.-Prof. Dr. med. Julia Weinmann-Menke was eine CAR‑T‑Zell‑Therapie ist, für welche Patient*innen sie infrage kommt und welche Risiken dabei bestehen. Sie beschreiben den komplexen Ablauf der Behandlung – von der Blutentnahme über die Herstellung der CAR‑T‑Zellen bis hin zur Reinfusion und der engmaschigen Überwachung. Außerdem erklären sie, was Patient*innen während der Therapie erwartet und ob anschließend weitere Medikamente notwendig sind.

CAR-T-Zell-Therapie in der Praxis

In diesem Video berichten Prof. Dr. Robert Hoepner und Univ.-Prof. Dr. med. Julia Weinmann-Menke über ihre Erfahrungen mit CAR‑T‑Zell‑Therapien. Sie erklären, warum sie an CAR‑T‑Zell-Studien teilnehmen, worauf bei der Durchführung besonders zu achten ist und geben Einblicke in den Ablauf des Follow-ups nach einer CAR‑T‑Zell-Therapie. Zudem zeigen sie auf, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit während einer CAR-T-Zell-Therapie ist.

FAQ

Grundprinzip

Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine spezielle Form der Immuntherapie. Dabei werden körpereigene Abwehrzellen – sogenannte T-Zellen – so verändert, dass sie gezielt krankhafte Zellen erkennen und zerstören können.

Ein CAR ist ein künstlich hergestellter Rezeptor auf der Oberfläche von T-Zellen. Er hilft den Zellen, krankhafte Zielzellen eindeutig zu erkennen und anzugreifen.

T-Zellen sind weiße Blutkörperchen und Teil des Immunsystems. Sie erkennen infizierte oder entartete Zellen und können diese gezielt zerstören.

Therapieablauf

Die Herstellung der CAR-T-Zellen im Labor dauert meist mehrere Wochen. Der eigentliche Krankenhausaufenthalt umfasst in der Regel einige Wochen für Vorbereitung, Infusion und Überwachung.

In vielen Fällen bleiben die CAR-T-Zellen über Monate oder sogar Jahre im Körper. Sie können so langfristig dabei helfen, krankhafte Zellen zu bekämpfen.

Anwendungsbereiche

Sie wird vor allem bei bestimmten Formen von Blutkrebs wie Leukämien und Lymphomen eingesetzt. Außerdem wird sie derzeit in Studien für einige Autoimmunerkrankungen untersucht.

Sie kommt nur für ausgewählte Patient*innen infrage, bei denen bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllt sind. Die Entscheidung wird immer individuell durch das behandelnde Ärzteteam getroffen.

Wirksamkeit

Der Behandlungserfolg wird durch Blutuntersuchungen, Bildgebung und andere medizinische Tests kontrolliert. Dabei wird geprüft, ob sich die Erkrankung zurückbildet oder stabil bleibt.

Sicherheit

Häufige Nebenwirkungen sind Fieber, Müdigkeit oder grippeähnliche Beschwerden. In manchen Fällen können auch Entzündungsreaktionen oder vorübergehende neurologische Symptome auftreten.

Viren werden genutzt, um den Bauplan für den CAR in die T-Zellen einzuschleusen. Diese Viren sind speziell verändert, sodass sie keine Krankheiten auslösen können.

Die Therapie gilt bei schweren Erkrankungen als gut vertretbar, wird aber streng überwacht. Sie darf nur in spezialisierten Kliniken durchgeführt werden, um mögliche Nebenwirkungen schnell behandeln zu können.

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Weitere Informationen

Sie möchten zusätzliche Informationen zur CAR-T-Zell-Therapie? In unserem Beitrag informieren wir Sie detailliert zum Ablauf und zur Funktionsweise dieser Krebstherapie.

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