Hände einer Person in Laborkleidung, die ein Tablett halten, auf dem eine Grafik mit Daten angezeigt wird

Studienergebnisse: Wie entstehen sie und was bedeuten sie?

Studienergebnisse sind die ausgewerteten und zusammengefassten Daten klinischer Studien, die zeigen, ob eine untersuchte Behandlung oder ein Studienmedikament wirksam und sicher ist. Sie sind ein zentraler Bestandteil der medizinischen Forschung. Studienergebnisse beeinflussen die Zulassung von Medikamenten und ärztliche Leitlinien.

Dieser Beitrag erklärt, wie Studienergebnisse in der klinischen Forschung entstehen und welche Aussagen sie ermöglichen.

Einfluss von Studienaufbau und Teilnehmeranzahl

Neue Wirkstoffe oder Therapiearten haben bis zur erfolgreichen Anwendung einen langen Weg vor sich. Die klinische Forschung führt viele Studien durch, um herauszufinden, welche Maßnahmen wirksam und sinnvoll für die medizinische Praxis sind.

Der Aufbau einer klinischen Studie hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie zuverlässig und aussagekräftig die Ergebnisse sind. Wenn eine Studie sorgfältig geplant wird, können die Forschenden genau die Fragen beantworten, die sie sich gestellt haben. Ein klarer Studienaufbau (auch Studiendesign genannt) legt fest, wie die Teilnehmenden ausgewählt werden, wie viele Personen mitmachen und ob die Studie nur beobachtet oder aktiv eingreift, zum Beispiel durch die Gabe eines Studienmedikaments. Oft ist wichtig, dass die Teilnehmenden zufällig auf verschiedene Gruppen innerhalb der Studie verteilt werden und weder sie noch die Ärzt*innen wissen, wer welche Behandlung bekommt. Das verhindert, dass Erwartungen das Ergebnis verfälschen.

Auch die Größe der Teilnehmenden-Gruppe spielt eine Rolle: Je mehr Menschen teilnehmen, desto verlässlicher sind die Ergebnisse, weil einzelne Ausreißer weniger ins Gewicht fallen. Ein schlecht geplanter Studienaufbau kann dagegen zu verzerrten Ergebnissen führen und falsche Schlüsse zulassen. Deshalb gilt: Ein durchdachtes Studiendesign ist die Grundlage für sichere, faire und wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse, die später über die Zulassung neuer Medikamente und die Behandlung von Patient*innen entscheiden.

Rolle der Studienteilnehmenden bei der Datenqualität

Die Qualität der Daten in klinischen Studien hängt nicht nur von der Planung ab, sondern ganz wesentlich von den Studienteilnehmenden selbst. Wenn Teilnehmende die Vorgaben der Studie genau einhalten – zum Beispiel pünktlich zu Terminen erscheinen, Medikamente wie vorgeschrieben einnehmen und Symptome ehrlich berichten –, entstehen vollständige und verlässliche Daten. Werden Anweisungen nicht befolgt oder Angaben ungenau gemacht, kann das die Ergebnisse verfälschen und die Aussagekraft der Studie mindern. Eine gute Kommunikation zwischen Studienpersonal und Teilnehmenden ist deswegen sehr wichtig: Wer versteht, warum bestimmte Schritte nötig sind, ist eher bereit, sie einzuhalten. Deshalb begleiten die Kliniken oder Praxen, an denen die Studie durchgeführt wird, die Teilnehmenden intensiv und unterstützen sie bei Fragen oder Unsicherheiten.

Was passiert mit den Daten der Studienteilnehmenden?

Bei klinischen Studien werden sensible Informationen der Teilnehmenden erfasst.
Um diese Daten zu schützen, gelten klare Vorgaben:

  • Pseudonymisierung (Hinweise auf die Identität werden verschlüsselt)
  • Zugriff nur für autorisierte Fachpersonen
  • Nutzung ausschließlich für Studienzwecke
  • Sichere Aufbewahrung oder Speicherung
  • Einhaltung gesetzlicher Datenschutzbestimmungen
Illustration einer Checkliste an einem Klemmbrett auf dunkelblauem Hintergrund.

Wann ist ein Ergebnis „signifikant“?

Wenn ein Ergebnis in einer Studie signifikant ist, bedeutet das, dass der beobachtete Unterschied oder Zusammenhang nicht zufällig entstanden ist, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich existiert. Um das zu beurteilen, ermitteln die Forschenden den sogenannten p-Wert. Liegt er unter 0,05 heißt das, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Effekt nur durch Zufall zustande kam, unter 5 % liegt. Man kann dann davon ausgehen, dass ein Zusammenhang zwischen der Beobachtung und der Behandlung besteht. Damit ist das Ergebnis signifikant.

Signifikanz allein sagt aber noch nichts über den praktischen Nutzen einer Anwendung aus. Ein statistisch signifikanter, aber sehr geringer Effekt rechtfertigt die untersuchte Methode noch nicht als Therapieoption. Deshalb bewertet die klinische Forschung immer Signifikanz und medizinische Bedeutung.

Hand einer Person in medizinischer Kleidung die ein Karidogramm an einem Schreibtisch auswertet

Beurteilung und Veröffentlichung der Ergebnisse

Wenn eine Studie beendet ist und alle Daten vorliegen, beginnt die Analyse. Die Forschenden prüfen, ob die Untersuchung wie geplant abgelaufen ist, ob die Anwendung wirksam war und ob in irgendeiner Form Nebenwirkungen aufgetreten sind. Das Studienteam fasst die Ergebnisse zusammen und beurteilt sie.

Darauf folgt das Peer-Review, bei dem unabhängige Expert*innen die Studienqualität bewerten. Dabei hinterfragen sie kritisch die Methoden, Daten und Schlussfolgerungen der Studie. Dieser umfangreiche Prozess stellt sicher, dass nur wissenschaftlich belastbare Ergebnisse veröffentlicht werden.

Kann man Studienergebnissen vertrauen?

Neben den Peer-Reviews bewirkt das Qualitätsmanagement bei klinischen Studien, dass die Ergebnisse zuverlässig sind. Regulatorische Anforderungen, festgelegte Studienprotokolle, externe Überwachung und Ethikkommissionen sorgen dafür, dass die Untersuchungen hohe Standards erfüllen.

Negative oder unscheinbare Resultate – wichtiger als gedacht

Bei manchen Untersuchungen können unerwartete oder unerwünschte Effekte auftreten. Bei anderen zeigen die geprüften Maßnahmen möglicherweise kaum Wirkung. Diese Erkenntnisse sind zwar weniger erfreulich, aber nicht weniger wertvoll. Dadurch stellen sich neue Forschungsfragen: Muss die verabreichte Dosis angepasst werden? Sind weitere Zwischenschritte nötig? Die Antworten darauf können die Basis für neue klinische Studien sein.

Relevanz von Studienergebnissen für die moderne Medizin

Die Ergebnisse von klinischen Studien bilden eine wichtige Grundlage für den medizinischen Fortschritt. Sie eröffnen neue Perspektiven in der ärztlichen Versorgung und zeigen, ob eine Option ungeeignet ist oder echten Nutzen hat. Patientinnen und Patienten können dadurch in die Wirksamkeit einer Behandlung vertrauen und erhalten neue Chancen zur Therapie.

 

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