Vier Blutproben, ein Blutstropfen mit vergrößerten Zellen und ein Mikroskop.
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Biomarker bei Erkrankungen - einfach erklärt

Biomarker spielen in der modernen Medizin eine immer wichtigere Rolle. Sie helfen Ärzt*innen dabei zu verstehen, was im Körper passiert, ob bestimmte Prozesse normal ablaufen oder ob Hinweise auf eine Erkrankung vorliegen.

Was sind Biomarker?

Biomarker sind messbare Merkmale im Körper, die Hinweise auf Gesundheit oder Krankheit geben. Sie sind wie Signale, die zeigen, was im Körper gerade passiert.

Biomarker helfen Ärzt*innen dabei, Krankheiten früher zu erkennen, genauer einzuordnen und besser zu entscheiden, welche Behandlung sinnvoll sein könnte.

Biomarker können aus unterschiedlichen Bestandteilen bestehen wie Eiweißen, Hormonen, kleinen Molekülen, Stoffwechselprodukten, Bestandteilen von Zellen oder sogar Abschnitten der Erbinformation. All diese Merkmale kommen natürlicherweise im Körper vor und verändern sich je nach körperlichem Zustand. Sie können in Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin oder Gehirn-/Rückenmarksflüssigkeit sowie im Gewebe untersucht werden. Weitere gängige Biomarker sind z.B. auch Blutdruck, Puls und Körpertemperatur.

Gibt es einen Unterschied zwischen Biomarkern und Laborwerten?

Die Begriffe Laborwert und Biomarker werden oft synonym verwendet, aber es gibt einen wichtigen Unterschied.

Ein Laborwert ist ein Messergebnis aus einer Probe. Er gibt die Menge eines bestimmten Stoffes in der Probe an. Laborwerte liefern vor allem grundlegende Informationen über den allgemeinen Gesundheitszustand.

Biomarker liefern auch einen Laborwert, aber sie gehen einen Schritt weiter. Sie können sehr spezifische Informationen liefern, die über das hinausgehen,  was ein Laborwert zeigt. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Eiweiße, genetische Veränderungen oder Zellmerkmale.

Details zu Laborwerten und eine Auflistung von den geläufigsten Laborwerten finden sich hier.

Welche Rolle spielen Biomarker bei Erkrankungen?

Biomarker helfen dabei, Erkrankungen genauer zu verstehen und besser zu verfolgen. Sie können Hinweise darauf geben, ob eine Krankheit vorliegt, wie aktiv eine Krankheit gerade ist, wie sie sich entwickelt oder ob eine Behandlung voraussichtlich wirkt. In vielen Fällen unterstützen sie Ärzt*innen dabei, Erkrankungen früher zu erkennen, Therapien gezielter auszuwählen und den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen. Dadurch können Behandlungen individueller geplant und unnötige Belastungen für Patient*innen vermieden werden. Man spricht in diesem Kontext auch von personalisierter Medizin oder Präzisionsmedizin.

Ein Beispiel findet sich in der Brustkrebsbehandlung:

Hier können bestimmte Merkmale im Tumorgewebe aufzeigen, wie der Krebs „tickt“ und welche Behandlung am wahrscheinlichsten hilft. Ein häufig genutzter Biomarker ist etwa der Hormonrezeptorstatus. Wenn Tumorzellen viele Andockstellen für Östrogen oder Progesteron besitzen, spricht die Erkrankung oft gut auf eine antihormonelle Therapie an – eine Behandlung, die gezielt diese Hormonsignale blockiert.

So besitzen manche Brusttumore besonders viele HER2‑Rezeptoren. Das sind Eiweißstrukturen auf der Oberfläche von Krebszellen, über die Wachstumssignale weitergegeben werden. Wenn ein Tumor viele dieser Rezeptoren trägt, können spezielle Medikamente, die genau diese Signale blockieren, sehr gut wirken. Ist der Tumor dagegen HER2‑negativ, kommen andere Behandlungen infrage, wie zum Beispiel CDK4/6‑Inhibitoren wie LEE011 (Ribociclib). So zeigt der HER2‑Status, welche Therapie für die Patient*innen am sinnvollsten ist.

Warum sind Biomarker wichtig?

Bei der Untersuchung von Patient*innen können Biomarker erste Anzeichen einer Erkrankung sichtbar machen, bevor Beschwerden auftreten. Veränderungen im Blut, in anderen Körperflüssigkeiten oder Geweben geben Hinweise darauf, dass im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. So können Krankheiten, bei rechtzeitigen CheckUps, oftmals schon in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden – ein Zeitpunkt, an dem sie häufig noch deutlich besser behandelbar sind.

Biomarker helfen Ärzt*innen dabei, eine Krankheit besser einzuordnen. Sie zeigen, ob im Körper etwas passiert, das typisch für eine bestimmte Erkrankung ist. So können Fachleute beispielsweise erkennen, ob eine Krebserkrankung vorliegt und eventuell auch eine Aussage darüber treffen, welche Form der Erkrankung. Biomarker machen also sichtbar, was man von außen oft nicht erkennen kann, und unterstützen so eine klare Diagnose.

Biomarker können bei der Therapieplanung einer Erkrankung eine große Hilfe sein, weil sie Hinweise darauf geben können, welche Behandlung am wahrscheinlichsten und am besten wirken kann und welche nicht. Ärzt*innen können damit besser einschätzen, wie der Körper auf bestimmte Medikamente reagieren könnte. Diese Informationen fließen direkt in die Planung ein und helfen dabei, Therapien gezielter auszuwählen, statt sich allein auf allgemeine Behandlungsregeln zu verlassen. Dadurch lässt sich die Behandlung persönlicher gestalten, sie passt besser zur jeweiligen Erkrankung und zu der betroffenen Person.

Während einer medizinischen Behandlung können Biomarker dabei helfen zu beobachten, ob die Therapie so wirkt, wie sie soll. Ärzt*innen können anhand bestimmter Veränderungen im Körper erkennen, ob ein Medikament anschlägt, ob sich der Zustand verbessert oder ob möglicherweise Nebenwirkungen auftreten. Diese Werte dienen als „Rückmeldungen“ aus dem Körper: Sie zeigen, wie der Organismus auf die Behandlung reagiert und ob Anpassungen nötig sind. So lassen sich Therapien gezielt steuern, indem z.B. die Dosis verändert oder ein anderes Medikament gewählt wird, wenn sich zeigt, dass die aktuelle Behandlung nicht ausreichend wirksam ist. Diese Überwachung hilft zudem, unnötige Belastungen zu vermeiden und rechtzeitig auf mögliche Komplikationen zu reagieren.

Nicht jede Erkrankung verläuft bei allen Menschen gleich. Auch Medikamente wirken nicht bei jeder Person auf dieselbe Weise. Biomarker können dabei helfen, Unterschiede zwischen Patient*innen sichtbar zu machen. Sie zeigen beispielsweise, ob bestimmte Eigenschaften einer Erkrankung vorliegen oder ob eine Person wahrscheinlich besonders gut auf eine bestimmte Behandlung ansprechen wird.

Dadurch können Ärzt*innen Therapien gezielter auswählen und besser auf die individuelle Situation abstimmen. Statt alle Patient*innen nach dem gleichen Schema zu behandeln, können Entscheidungen stärker an den persönlichen Merkmalen der Erkrankung ausgerichtet werden. Ziel einer personalisierten Therapie ist es, die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern und gleichzeitig unnötige Belastungen oder Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden.

Welche Arten von Biomarkern gibt es?

Diese helfen Ärzt*innen dabei festzustellen, ob eine bestimmte Krankheit vorliegt oder nicht. Sie zeigen also, ob etwas im Körper deutlich vom Normalzustand abweicht und unterstützen so die genaue Diagnose.

Diese Biomarker zeigen, wie sich eine Erkrankung voraussichtlich entwickeln wird, d.h. ob sie eher mild verläuft, schnell fortschreitet oder ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht. Damit helfen sie, den weiteren Krankheitsverlauf besser einzuschätzen.

Prädiktive Biomarker geben Hinweise darauf, wie gut eine Person auf eine bestimmte Behandlung ansprechen wird. Sie helfen also vorherzusagen, ob ein Medikament wahrscheinlich wirksam ist oder eher nicht und unterstützen so die Auswahl einer passenden Therapie.

Diese zeigen, wie gut eine laufende Behandlung wirkt oder ob Anpassungen nötig sind. Sie machen sichtbar, ob der Körper auf ein Medikament reagiert, ob die Therapie sicher ist, ob eventuell Nebenwirkungen auftreten oder das Risiko für einen Krankheitsrückfall besteht. Damit unterstützen sie die laufende Überwachung einer Behandlung.

Biomarker und ihre Bedeutung für klinische Studien

Auch in klinischen Studien und bei der Entwicklung neuer Therapien spielen Biomarker eine wichtige Rolle. Sie helfen dabei, passende Patient*innen für Studien auszuwählen, Wirkungen von Behandlungen früher zu erkennen und Therapien gezielter zu entwickeln. So können neue Medikamente genauer geprüft und besser auf bestimmte Krankheitsformen oder Patient*innengruppen abgestimmt werden.

Häufige Biomarker

Onkologie

Biomarker in der Onkologie helfen dabei, Krebserkrankungen zu erkennen, ihre Aggressivität einzuschätzen und vorherzusagen, wie gut eine Therapie wirken könnte. So ermöglichen sie es, die Behandlung individuell auf die Patient*innen abzustimmen, um eine personalisierte Krebstherapie zu finden.

Abkürzung Name Was sagt der Biomarker aus?
BRAFV600E B-rapidly accelerated fibrosarcoma BRAF V600E ist eine genetische Veränderung, die das Zellwachstum stark beeinflusst. Sie kommt unter anderem bei Hautkrebs, Darmkrebs oder Schilddrüsenkrebs vor. Der Nachweis dieser Mutation ist wichtig, da es gezielte Medikamente gibt, die speziell bei BRAF-veränderten Tumoren wirken.
BRCA1/2 Breast Cancer Gene 1/2 BRCA1 und BRCA2 sind Gene, die eine wichtige Rolle bei der Reparatur von DNA-Schäden spielen. Veränderungen können das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs deutlich erhöhen. Der Nachweis ist sowohl für die Krebsbehandlung als auch für die Einschätzung familiärer Risiken relevant.
CA 15-3 Cancer-Antigen 15-3 CA 15-3 ist ein Tumormarker, der vor allem bei Brustkrebs eine Rolle spielt. Er wird im Blut gemessen und kann Hinweise darauf geben, wie aktiv eine Krebserkrankung ist oder ob eine Behandlung anschlägt. Für die Früherkennung eignet sich CA 15-3 nicht, da der Wert auch bei gutartigen Erkrankungen erhöht sein kann. In der klinischen Forschung wird er häufig zur Verlaufskontrolle genutzt.
CA 19-9 Carbohydrate-Antigen 19-9 CA 19-9 ist ein Tumormarker, der vor allem mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege in Verbindung gebracht wird. Ein erhöhter Wert kann auf Krebs hinweisen, kommt aber auch bei gutartigen Entzündungen vor. Deshalb dient CA 19-9 nicht als alleiniger Beweis für eine Krebserkrankung, sondern unterstützt Ärzt*innen bei Diagnose und Therapiebeobachtung.
CEA Carcinoembryonales Antigen CEA ist ein Tumormarker, der bei verschiedenen Krebserkrankungen, insbesondere bei Darmkrebs, erhöht sein kann. Er wird im Blut bestimmt und hilft vor allem dabei, den Verlauf einer bekannten Erkrankung zu überwachen oder ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen. Rauchen oder Entzündungen können den Wert ebenfalls beeinflussen.
EGFR Epidermal Growth Factor Receptor EGFR ist ein Rezeptor, der das Wachstum und die Teilung von Zellen beeinflusst. Veränderungen im EGFR-Gen spielen vor allem bei Lungenkrebs eine Rolle. Sie helfen dabei, Patient*innen zu identifizieren, die von speziellen EGFR-gerichteten Therapien profitieren könnten.
PSA Prostata-spezifisches Antigen PSA ist ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird und im Blut messbar ist. Erhöhte PSA-Werte können auf Prostatakrebs hinweisen, treten aber auch bei gutartigen Veränderungen oder Entzündungen der Prostata auf. PSA wird sowohl zur Früherkennung als auch zur Verlaufskontrolle eingesetzt, immer im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungen.
LDH Laktatdehydrogenase LDH ist ein Enzym, das in vielen Zellen des Körpers vorkommt. Ein erhöhter LDH-Wert kann ein Zeichen für Zellschädigungen sein, zum Beispiel bei Krebs, Entzündungen oder Blutkrankheiten. Der Wert ist unspezifisch, liefert aber wichtige Hinweise auf die Krankheitsaktivität und den allgemeinen Gesundheitszustand.
HER2 Human Epidermal Growth Factor Receptor 2 HER2 ist ein Wachstumsrezeptor auf der Oberfläche von Zellen, der bei bestimmten Krebsarten, insbesondere bei Brustkrebs, vermehrt vorkommen kann. Ist HER2 stark ausgeprägt, wachsen Tumorzellen oft schneller. Gleichzeitig ermöglicht dieser Biomarker den gezielten Einsatz spezieller Therapien, was HER2 besonders wichtig für die personalisierte Medizin macht.
KRAS Kirsten Rat Sarcoma Virus KRAS ist ein Gen, das das Zellwachstum steuert. Veränderungen in diesem Gen sind bei verschiedenen Krebsarten häufig, zum Beispiel bei Darm- oder Lungenkrebs, zu finden. Der KRAS-Status kann darüber entscheiden, ob bestimmte zielgerichtete Therapien wirksam sind oder nicht.
PD-L1 Programmed Death-Ligand 1 PD-L1 ist ein Protein, das Tumorzellen nutzen können, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken. Durch die Untersuchung von PD-L1 lässt sich besser einschätzen, ob eine spezifische Therapie gegen diesen Biomarker sinnvoll sein könnte. Der Biomarker unterstützt vor allem Therapieentscheidungen bei verschiedenen Krebserkrankungen.
PIK3CA Phosphoinositid-3-Kinase, katalytische Untereinheit Alpha PIK3CA ist ein Gen, das an wichtigen Signalwegen für Zellwachstum beteiligt ist. Mutationen können das Tumorwachstum fördern, insbesondere bei Brustkrebs. Der Biomarker gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Auswahl gezielter Therapien.
TMB Tumor Mutational Burden Der Tumormutationslast-Wert beschreibt, wie viele genetische Veränderungen ein Tumor aufweist. Eine hohe TMB kann darauf hindeuten, dass eine Therapie besonders gut wirken könnte. TMB ist ein neuer Biomarker der personalisierten Krebsmedizin.

Neurologie        

Neurologische Biomarker liefern Informationen über krankhafte Vorgänge im Nervensystem. Sie helfen dabei, Erkrankungen früh zu erkennen, deren Verlauf zu bestimmen und die Behandlung gezielt anzupassen.

Abkürzung Name Was sagt der Biomarker aus?
Aß Beta-Amyloid Beta-Amyloid ist ein Eiweiß, das sich bei Alzheimer-Erkrankungen im Gehirn ablagert. Veränderungen der Beta-Amyloid-Werte gelten als frühes Anzeichen der Erkrankung und spielen eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Forschung.
GFAP Glial Fibrillary Acidic Protein GFAP ist ein Marker für Schädigungen an den Stützzellen, den Astrozyten, des Nervenssystems. Er wird vor allem in der neurologischen Forschung eingesetzt, um Erkrankungen des zentralen Nervensystems besser zu beurteilen.
NfL Neurofilament Light Chain NFL ist ein Strukturprotein von Nervenzellen. Erhöhte Konzentrationen im Blut oder Nervenwasser deuten auf Schäden an Nervenzellen hin, zum Beispiel bei neurologischen oder entzündlichen Erkrankungen wie Multiple Sklerose.
Tau Tau-Proteine Tau-Proteine sind wichtig für die Stabilität von Nervenzellen. Erhöhte Werte im Nervenwasser oder Blut können auf neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer hinweisen. Sie helfen dabei, Krankheitsprozesse besser zu verstehen und zu überwachen.

Hämatologie   

Biomarker spielen in der Hämatologie eine wichtige Rolle bei der Erkennung von Krankheiten (des Blutes) wie Leukämien, Lymphomen und Infektionen. Sie unterstützen nicht nur die Diagnose und Prognose, sondern ermöglichen auch den Einsatz maßgeschneiderter Therapien. Oft werden dazu präzise Verfahren eingesetzt, um die betroffenen Zellen zu identifizieren und die Behandlung individuell auf die Patient*innen abzustimmen.

Abkürzung Name Was sagt der Biomarker aus?
Blutbild Blutbild Gibt Informationen über die Zusammensetzung des Blutes und liefert Hinweise auf Entzündungen, Infektionen oder Blutarmut. Details finden Sie hier.
ß2M ß2-Mikroglobulin Dieses Protein ist Teil des Immunsystems. Erhöhte Werte finden sich häufig bei Blut- und lymphatischen Erkrankungen sowie bei eingeschränkter Nierenfunktion. Es dient zur Einschätzung von Krankheitsaktivität und Prognose.
BCR-ABL1 Breakpoint Cluster Region – Abelson murine leukemia viral oncogene homolog 1 BCR-ABL1 ist ein Fusionsgen (Philadelphia Chromosom), das typisch für bestimmte Leukämien ist. Ein Fusionsgen entsteht durch die Fusion zweier Gene wodurch sich diese Zellen häufiger teilen. Sein Nachweis ist entscheidend für Diagnose, Therapieauswahl und Verlaufskontrolle.
Oberflächenmarker wie CD3, CD19, CD20, CD34 Cluster of Differentiation Charakterisierung von Zelloberflächenmarkern z.B. zur Diagnose von Leukämien und Lymphomen oder auch der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH).
FLT3 Fms-like Tyrosin Kinase 3 FLT3-Mutationen treten vor allem bei akuten Leukämien (z.B. akute myeloische Leukämie (AML)) auf und sind wichtig für Prognose und Therapieentscheidung, da gezielte Medikamente verfügbar sind.
FLC Freie Leichtketten Freie Leichtketten sind Bestandteile von Antikörpern. Ein Ungleichgewicht kann auf Erkrankungen des Knochenmarks wie das Multiple Myelom hinweisen und wird daher gezielt untersucht.
Hb Hämoglobin Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff und zuständig für den Sauerstofftransport im Körper. Niedrige Hb-Werte deuten auf eine Blutarmut hin, erhöhte Werte können auf Flüssigkeitsmangel oder andere Ursachen zurückgehen.
iBil Indirektes Bilirubin Erhöhte Werte können auf einen vermehrten Abbau roter Blutkörperchen oder Lebererkrankungen hinweisen.
JAK2 Januskinase 2 Mutationen im JAK2-Gen kommen häufig bei chronischen Bluterkrankungen vor. Sie helfen, verschiedene Formen von Erkrankungen des Knochenmarks voneinander zu unterscheiden.
LDH Laktatdehydrogenase LDH ist ein Enzym, das in vielen Zellen des Körpers vorkommt. Ein erhöhter LDH-Wert kann ein Zeichen für Zellschädigungen sein, zum Beispiel bei Krebs, Entzündungen oder Blutkrankheiten. Der Wert ist unspezifisch, liefert aber wichtige Hinweise auf die Krankheitsaktivität und den allgemeinen Gesundheitszustand.
RET Retikulozyten Retikulozyten sind junge, noch nicht vollständig ausgereifte rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Erhöhte Werte zeigen eine gesteigerte Produktion an, oft als Reaktion auf Blutverlust, Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen) oder nach Behandlungsbeginn einer Anämie. Niedrige Werte deuten auf eine verminderte Produktion im Knochenmark hin, z.B. bei Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Folsäuremangel oder Knochenmarkerkrankung.
Hp Serum-Haptoglobin Haptoglobin bindet freies Hämoglobin im Blut. Niedrige Werte können ein Hinweis auf einen verstärkten Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse) sein, etwa bei bestimmten Bluterkrankungen.
TK Thymidinkinase Thymidinkinase ist ein Enzym, das mit Zellteilung zusammenhängt. Erhöhte Werte treten vor allem bei schnell wachsenden Tumoren auf und helfen, die Aktivität der Erkrankung einzuschätzen.
Zytopenie Zytopenie Von einer Zytopenie spricht man, wenn bestimmte Blutzellen vermindert sind. Dies kann durch Erkrankungen des Knochenmarks, Infektionen oder Therapien ausgelöst werden und liefert wichtige Hinweise auf die Blutbildung.
Zytose Zytose Eine Zytose beschreibt eine erhöhte Anzahl bestimmter Blutzellen. Sie kann auf Entzündungen, Infektionen oder andere Erkrankungen hinweisen und ist Teil der Blutbildanalyse.

Kardiologie 

Kardiale Biomarker sind Proteine oder Hormone im Blut, die zur Diagnose und zur Einschätzung des Risikos von Herzerkrankungen genutzt werden.

Abkürzung Name Was sagt der Biomarker aus?
BNP B-Typ natiuretisches Peptid Hormon, dass dafür sorgt, das Salz und Wasser aus den Nieren ausgeschieden wird und sich die Blutgefäße erweitern. Dient zur Erkennung und Überwachung von Herzschwäche.
CHOL Cholesterin gesamt Der Wert beschreibt die gesamte Konzentration der verschiedenen Cholesterinarten im Blut. Liegt dieser Wert zu hoch, kann das auf ein Ungleichgewicht der Blutfette hindeuten.
Glu Glucose Der Nüchternblutzucker hilft dabei, den Zuckerstoffwechsel zu beurteilen. Ein erhöhter Wert kann auf eine eingeschränkte Glucosetoleranz oder Diabetes mellitus hinweisen – beide gelten als wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
HDL-Cholesterin High Density Lipoprotein HDL wird oft als „gutes“ Cholesterin bezeichnet, weil es überschüssiges Cholesterin aus den Blutgefäßen entfernt.
hsCRP hochsensitives C-reaktives Protein Dieser Entzündungsmarker ist besonders sensibel und kann sogar schwache, anhaltende Entzündungen im Körper aufzeigen. Diese sogenannten „stillen“ Entzündungen tragen maßgeblich zur Entwicklung von Arteriosklerose bei.
LDL-Cholesterin Low Density Lipoprotein LDL wird als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet, weil es sich an den Wänden der Blutgefäße ablagern kann und so das Risiko für Arteriosklerose erhöht. Ein hoher LDL-Spiegel gilt als wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Lp(a) Lipoprotein(a) Lipoprotein(a) ist ein Fett-Protein-Komplex im Blut. Er erhöht das Risiko für Herz‑Kreislauf-Erkrankungen unabhängig von klassischen Cholesterinwerten. Kann nicht durch Lebensstil oder Ernährung beeinflusst werden. Die Menge im Blut ist überwiegend genetisch bestimmt, weshalb v.a. bei familiärer Belastung eine Bestimmung sinnvoll ist.
Krea Kreatinin Dient der Beurteilung der Nierenfunktion. Aufgrund der engen Verbindung zwischen Herz- und Nierengesundheit kann eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Nieren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöhen.
TG Triglyceride Triglyceride sind Blutfette, die als Energiereserve dienen. Erhöhte Werte erhöhen das Risiko für Herz‑Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall) und Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

Gastroenterologie 

Biomarker spielen in der Gastroenterologie eine wichtige Rolle, da sie als messbare Hinweise auf Entzündungen, Tumorerkrankungen oder Störungen im Verdauungstrakt dienen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Diagnosen genauer stellen, Therapien überwachen und Prognosen ableiten.

Abkürzung Name Was sagt der Biomarker aus?
Calpro Calprotectin Calprotectin ist ein Entzündungsmarker, der vor allem im Stuhl gemessen wird. Er hilft, entzündliche Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa von funktionellen Beschwerden zu unterscheiden.
HbA1C Hämoglobin A1c Der HbA1c-Wert zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten zwei bis drei Monate an. Er ist zentral für die Diagnose und Kontrolle von Diabetes mellitus.
Lip Lipase Lipase ist ein Enzym der Bauchspeicheldrüse. Erhöhte Blutwerte sind typisch für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.
M2-PK Pyruvatkinase Typ M2 M2‑Pyruvatkinase ist ein Stoffwechselenzym, das bei Tumorzellen verändert ist und im Stuhl gemessen wird. Es kann Hinweise auf Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts liefern.

Nephrologie

Biomarker in der Nephrologie helfen dabei, Nierenschäden frühzeitig zu erkennen.  Darüber hinaus ermöglichen sie eine bessere Einschätzung des Risikos bei akutem Nierenversagen (AKI) sowie bei chronischen Nierenerkrankungen.

Abkürzung Name Was sagt der Biomarker aus?
Alb Albumin Häufigstes Eiweiß im Blut. Bei Vorliegen im Urin ist die Nierenfunktion temporär oder chronisch gestört. Es ist schon bei kleinen Schäden im Urin zu finden, aber auch bei Fieber und Infektionen.
Cys C Cystatin C Cystatin C ist ein Eiweiß, das unabhängig von Muskelmasse Auskunft über die Nierenfunktion gibt und zunehmend ergänzend zu Kreatinin eingesetzt wird.
eGFR estimated GFR Die eGFR ist eine rechnerisch ermittelte GFR aus Blutwerten wie Kreatinin oder Cystatin C und erlaubt eine standardisierte Bewertung der Nierenfunktion. Dieser Wert ersetzt die gemessene GFR aus dem Urin.
GFR glomeruläre Filtrationsrate Die GFR beschreibt, wie gut die Nieren das Blut filtern. Sie ist ein zentraler Parameter zur Einschätzung der Nierenleistung und wird aus dem Urin bestimmt.
Krea Kreatinin Dient der Beurteilung der Nierenfunktion. Aufgrund der engen Verbindung zwischen Herz- und Nierengesundheit kann eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Nieren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöhen.
Pro/Prot Proteinurie Unter einer Proteinurie versteht man die erhöhte Ausscheidung von Protein (Eiweiß) im Urin. Sie ist ein Begleitphänomen verschiedener Nierenerkrankungen bzw. einer Niereninsuffizienz.
UACR Albumin-Kreatinin-Quotient Der UACR misst, wie viel Albumin im Verhältnis zu Kreatinin im Urin ausgeschieden wird. Somit ist der Wert unabhängig z.B. von der getrunkenen Wassermenge. Er ist ein früher Marker für eine Nierenschädigung.

Immunologie

Immunologische Biomarker geben Auskunft über den Zustand des Immunsystems. Sie spielen eine zentrale Rolle bei Diagnose, Prognose und Überwachung von Entzündungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Krebs und Impfantworten.

Abkürzung Name Was sagt der Biomarker aus?
ACPA/Anti-CCP Anti-citrullinierte Protein-Antikörper ACPA sind hochspezifische Antikörper für die rheumatoide Arthritis. Sie können oft schon früh im Krankheitsverlauf nachgewiesen werden und helfen bei der Prognoseeinschätzung.
ANA antinukleäre Antikörper ANA richten sich gegen Bestandteile des Zellkerns. Ihr Nachweis kann auf Autoimmunerkrankungen hinweisen, ist aber nicht krankheitsspezifisch.
Anti-dsDNA Doppelsträngige DNA (Desoxyribonukleinsäure) Diese Antikörper sind typisch für den systemischen Lupus erythematodes (SLE). Sie helfen bei Diagnose und Einschätzung der Krankheitsaktivität.
CRP C-reaktives Protein CRP ist ein Akute‑Phase‑Protein und steigt bei Entzündungen schnell an. Es ist ein wichtiger unspezifischer Marker zur Einschätzung von Entzündungsaktivität.
ENA extrahierbare nukleäre Antigene ENA sind eine Gruppe spezifischer Autoantikörper, die bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen wie Lupus oder Sjögren-Syndrom eine Rolle spielen und zur genaueren Differenzierung beitragen.
HLA-B27 Human Leukocyte Antigen HLA‑B27 ist ein genetisches Merkmal, das mit bestimmten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen assoziiert ist, vor allem mit der Spondyloarthritis.
IgE Immunglobulin E IgE spielt eine zentrale Rolle bei Allergien. Erhöhte Werte können auf allergische Erkrankungen oder Parasiteninfektionen hinweisen.
RF Rheumafaktor Der Rheumafaktor ist ein Antikörper, der bei rheumatischen Erkrankungen vorkommen kann, aber auch bei Gesunden oder Infektionen erhöht sein kann.

FA-11801434, 09/2026

 

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